Haus in Norwegen
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Hurtigruten und Havila — die Postschiffroute Bergen–Kirkenes

34 Häfen, zwölf Tage, zwei Anbieter. Die Küstenroute ist keine Kreuzfahrt, sondern eine Linie mit Fahrplan — und lässt sich auch als reines Verkehrsmittel zwischen zwei Orten buchen.

Lesezeit ~4 Min 18. Juni 2026 Redaktion
Inhaltsverzeichnis
  1. Die Route
  2. Zwei Anbieter, dieselbe Strecke
  3. Die unterschätzte Variante: Port to Port
  4. Was die Rundreise kostet
  5. Wann fahren
  6. Praktisches
  7. Häufige Fragen
  8. Wie lange dauert die Hurtigruten von Bergen nach Kirkenes?
  9. Was ist der Unterschied zwischen Hurtigruten und Havila?
  10. Kann man die Hurtigruten als Fähre für eine Teilstrecke buchen?
  11. Wann sieht man auf der Hurtigruten Nordlichter?

Die Hurtigruten ist der bekannteste Schiffsweg Norwegens und wird trotzdem regelmäßig missverstanden. Sie ist keine Kreuzfahrt. Sie ist eine Linie mit Fahrplan, die seit 1893 die Küstenorte verbindet, Post und Fracht befördert und nebenbei Passagiere mitnimmt. Genau das macht sie für Norwegen-Reisende interessant — und für Hausbesitzer an der Küste manchmal praktischer als jede andere Verbindung.

Die Route

Von Bergen im Süden bis Kirkenes an der russischen Grenze und zurück: 34 Häfen, zwölf Tage für die komplette Rundreise, elf Nächte an Bord. Wer nur eine Richtung fährt, ist etwa sechs bis sieben Tage unterwegs.

Die Stopps sind sehr unterschiedlich lang. In den großen Häfen wie Trondheim, Bodø oder Tromsø bleibt Zeit für einen Landgang von einigen Stunden. In vielen kleinen Orten legt das Schiff mitten in der Nacht für fünfzehn Minuten an, lädt Fracht und fährt weiter. Das gehört zum Prinzip: Die Route bedient die Küste, nicht die Touristik.

Zwei Anbieter, dieselbe Strecke

Seit 2021 fahren zwei Reedereien dieselbe Linie:

HurtigrutenHavila Voyages
Schiffe7, unterschiedlichen Alters4, Baujahre 2021–2022
AntriebgemischtLNG und Batterie
Route und Häfenidentischidentisch

Havila fährt mit den neueren Schiffen und ist in der Regel etwas günstiger; Hurtigruten hat die größere Flotte und mehr Abfahrten. Die Bordprogramme unterscheiden sich im Detail, die Strecke nicht.

Der Batteriebetrieb der Havila-Schiffe ist mehr als ein Verkaufsargument: Er erlaubt emissionsfreie Fahrt in den geschützten Fjordabschnitten — ein Thema, das seit 2026 an Bedeutung gewinnt und im Artikel zu den emissionsfreien Welterbefjorden ausführlicher steht.

Die unterschätzte Variante: Port to Port

Man muss nicht die ganze Runde buchen. Jede Teilstrecke ist einzeln buchbar, als reine Beförderung von Hafen zu Hafen. Das ist die Variante, die Einheimische nutzen — und die, über die in den Reisekatalogen kaum etwas steht.

Sinnvoll ist das zum Beispiel für die Strecke Tromsø–Kirkenes oder Bergen–Trondheim: eine Nacht an Bord statt eines langen Fahrtags über Land, mit Kabine statt Hotel. Für Hausbesitzer an der Küste kann die Linie eine echte Alternative zu Auto und Inlandsflug sein, gerade außerhalb der Sommersaison.

Was die Rundreise kostet

Die Preise schwanken stark nach Saison, Schiff und Kabine. Als grobe Orientierung liegt die zwölftägige Rundreise mit Vollpension in der Doppelkabine im vierstelligen Eurobereich pro Person; Havila liegt meist etwas darunter, Frühbucher- und Restplatzpreise weichen deutlich ab. Verbindlich ist immer nur der Preis für das konkrete Abfahrtsdatum.

Was den Preis stärker bewegt als die Reederei: die Kabinenkategorie und der Monat. Innenkabine im Februar und Außenkabine im Juli trennen Welten.

Wann fahren

Winter (Oktober bis März): die Zeit für Nordlichter. Die Fahrt nördlich des Polarkreises führt durch die Polarnacht, das Meer ist rauer, die Landgänge kürzer. Wer wegen der Aurora fährt, sollte mehrere Nächte einplanen — eine Nacht ist Glücksspiel.

Sommer (Mai bis Juli): Mitternachtssonne im Norden, ruhigere See, volle Schiffe. Zwischen Ende Mai und Ende Juli geht die Sonne nördlich des Polarkreises nicht unter.

Übergangszeiten: Preis-Leistungs-Optimum. Weniger Passagiere, noch akzeptables Wetter, teilweise schon oder noch Nordlicht.

Praktisches

  • Anreise: Bergen und Kirkenes haben beide Flughäfen. Wer nur eine Richtung fährt, plant den Rückflug ab dem Zielort ein — das ist bei Kirkenes die teurere Variante.
  • Seegang: Die Passage über die Hustadvika zwischen Molde und Kristiansund ist der berüchtigtste Abschnitt. Wer empfindlich ist, nimmt Tabletten mit.
  • Verpflegung: Auf der Rundreise ist Vollpension üblich, auf Teilstrecken bucht man einzeln.
  • Auto: Fahrzeugmitnahme ist nur auf bestimmten Abschnitten und Schiffen möglich und muss vorab geklärt werden — das ist kein Selbstläufer wie auf einer Fähre.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Hurtigruten von Bergen nach Kirkenes?

Eine Richtung dauert etwa sechs bis sieben Tage, die komplette Rundreise Bergen–Kirkenes–Bergen zwölf Tage mit elf Nächten an Bord. Angelaufen werden 34 Häfen.

Was ist der Unterschied zwischen Hurtigruten und Havila?

Beide fahren dieselbe Route mit denselben Häfen. Hurtigruten setzt sieben Schiffe unterschiedlichen Alters ein, Havila vier Neubauten von 2021 und 2022 mit LNG- und Batterieantrieb. Havila ist meist etwas günstiger.

Kann man die Hurtigruten als Fähre für eine Teilstrecke buchen?

Ja. Jede Teilstrecke ist einzeln als Beförderung von Hafen zu Hafen buchbar, mit oder ohne Kabine. Das ist deutlich günstiger als die Rundreise und die Variante, die viele Einheimische nutzen.

Wann sieht man auf der Hurtigruten Nordlichter?

Zwischen Oktober und März, nördlich des Polarkreises. Garantien gibt es nicht — wer wegen der Nordlichter fährt, sollte mehrere Nächte im Norden einplanen statt auf eine einzelne zu setzen.

Weiterführend: Fähren in Norwegen · Mitternachtssonne und Polarlicht · Nordkap Reiseguide · Emissionsfreie Welterbefjorde

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