Nordkap — Anreise, Kosten und was einen dort wirklich erwartet
Das Plateau ist seit 2021 frei zugänglich, die Halle kostet Eintritt. Was Anreise über die E69, Winterkonvoi und Mitternachtssonne bedeuten — und warum der nördlichste Punkt des Festlands woanders liegt.
Inhaltsverzeichnis
- Was der Besuch kostet
- Anreise über die E69
- Winter: Fahren im Konvoi
- Licht: Mitternachtssonne und Polarnacht
- Knivskjellodden: der ehrliche nördlichste Punkt
- Häufige Fragen
- Was kostet der Eintritt am Nordkap?
- Wie kommt man im Winter zum Nordkap?
- Wann scheint am Nordkap die Mitternachtssonne?
- Ist das Nordkap wirklich der nördlichste Punkt Europas?
Das Nordkap ist ein Ziel, das mehr über die Anreise funktioniert als über den Ort selbst. Eine Klippe, 307 Meter über dem Meer, ein Globus aus Stahl, dahinter das Nordpolarmeer. Wer 3.000 Kilometer dorthin fährt, tut das nicht wegen der Aussicht, sondern weil es das Ende der Straße ist.
Zwei Dinge sollte man vorher wissen. Erstens: Das Nordkap liegt auf einer Insel, Magerøya, und ist damit streng genommen nicht der nördlichste Punkt des europäischen Festlands. Zweitens: Der Zugang zum Plateau ist seit 2021 kostenlos — was aber nicht heißt, dass der Besuch nichts kostet.
Was der Besuch kostet
Nach einem jahrelangen Rechtsstreit um die Frage, ob ein privater Betreiber Eintritt für ein Stück Natur verlangen darf, ist der Zugang zum Plateau frei. Wer nur zum Globus laufen und wieder fahren will, zahlt keinen Eintritt.
Kostenpflichtig sind zwei Dinge:
| Eintritt Nordkapphallen | 350 NOK für Erwachsene, 24 Stunden gültig |
| Parken | separat, je nach Fahrzeugtyp |
Im Hallenticket enthalten sind der Panoramafilm, die Ausstellungen und die Lichthöhle. Wer die Halle nutzt — Café, Souvenir, das Poststempel-Ritual — braucht das Ticket. Wer sein Auto abstellt, zahlt die Parkgebühr unabhängig davon.
Die Gültigkeit über 24 Stunden ist praktischer, als sie klingt: Man kann abends zur Mitternachtssonne hoch, im Ort übernachten und am nächsten Morgen noch einmal hin, wenn das Wetter besser ist.
Anreise über die E69
Der letzte Straßenabschnitt ist die E69 von Olderfjord nach Norden, rund 130 Kilometer. Sie führt durch den Nordkaptunnel unter dem Meer nach Magerøya — der Tunnel war früher mautpflichtig, die Maut ist seit Jahren abgezahlt.
Mit dem eigenen Auto ab Deutschland sind es je nach Route etwa 3.000 Kilometer bis zum Nordkap. Wer das in einem Rutsch fährt, braucht vier bis fünf lange Tage pro Richtung. Die meisten kombinieren die Fahrt mit einer Rundreise über Schweden oder Finnland.
Ohne Auto: Der nächste Flughafen ist Honningsvåg auf Magerøya, größere Verbindungen gehen über Alta oder Lakselv. Von Honningsvåg fahren im Sommer Busse zum Plateau. Auch die Hurtigruten legt in Honningsvåg an und bietet den Abstecher als Ausflug an.
Winter: Fahren im Konvoi
Von November bis April ist die E69 auf dem letzten Stück oft nicht frei befahrbar. Dann gilt Kolonnenfahrt: Fahrzeuge sammeln sich zu festen Zeiten und fahren geschlossen hinter einem Schneepflug zum Plateau und zurück.
Was man dazu wissen muss:
- Der Konvoi ist kostenlos und muss nicht reserviert werden.
- Er fährt zu festgelegten Zeiten, nicht auf Zuruf. Wer zu spät kommt, wartet auf die nächste Runde.
- Bei zu schlechtem Wetter fällt er aus, und die Straße wird gesperrt. Das ist keine Seltenheit.
- Winterreifen sind Pflicht, ein voller Tank und warme Kleidung im Auto sind Vernunft.
Die Regel gilt, wenn das Wetter zu gefährlich zum Alleinfahren, aber nicht schlecht genug für eine komplette Sperrung ist. Man sollte im Winter also nie mit einem festen Rückflugtermin am nächsten Morgen planen.
Licht: Mitternachtssonne und Polarnacht
Am Nordkap geht die Sonne von etwa Mitte Mai bis Ende Juli nicht unter. Das ist der Hauptgrund, warum die meisten im Sommer kommen — und warum das Plateau um Mitternacht voller ist als um 15 Uhr.
Im Gegenzug bleibt sie von etwa Ende November bis Ende Januar unter dem Horizont. Die Polarnacht ist nicht schwarz, sondern blau: ein paar Stunden Dämmerlicht am Mittag. Wer in dieser Zeit kommt, kommt wegen der Nordlichter, nicht wegen der Aussicht.
Realistisch bleibt: Das Wetter am Nordkap ist rau und wechselhaft. Nebel ist häufig, auch im Juli. Zwei Anläufe an zwei Tagen sind eine bessere Planung als einer.
Knivskjellodden: der ehrliche nördlichste Punkt
Wer es genau nimmt: Der nördlichste Punkt Magerøyas ist nicht das Nordkap, sondern die Landzunge Knivskjellodden, ein Stück weiter westlich und ein paar hundert Meter nördlicher. Dorthin führt keine Straße, sondern ein Wanderweg von rund neun Kilometern pro Richtung — vier bis sechs Stunden hin und zurück, ohne Halle, ohne Globus, ohne Bus.
Und der nördlichste Punkt des europäischen Festlands ist wiederum keiner von beiden, sondern Kinnarodden auf der Nordkinn-Halbinsel — nur über eine mehrtägige Wanderung erreichbar.
Häufige Fragen
Was kostet der Eintritt am Nordkap?
Der Zugang zum Plateau selbst ist seit 2021 kostenlos. Der Eintritt in die Nordkapphallen kostet 350 NOK für Erwachsene und gilt 24 Stunden. Parkgebühren kommen separat dazu.
Wie kommt man im Winter zum Nordkap?
Von November bis April führt die Straßenverwaltung Kolonnenfahrten durch: Die Fahrzeuge fahren zu festen Zeiten geschlossen hinter einem Schneepflug. Der Konvoi ist kostenlos, eine Reservierung ist nicht nötig. Bei schwerem Wetter fällt er aus und die E69 wird gesperrt.
Wann scheint am Nordkap die Mitternachtssonne?
Etwa von Mitte Mai bis Ende Juli geht die Sonne nicht unter. Die Polarnacht dauert etwa von Ende November bis Ende Januar.
Ist das Nordkap wirklich der nördlichste Punkt Europas?
Nein. Das Nordkap liegt auf der Insel Magerøya, und selbst dort ist Knivskjellodden ein Stück nördlicher. Der nördlichste Punkt des Festlands ist Kinnarodden auf der Nordkinn-Halbinsel.
Weiterführend: Hurtigruten und Havila · Mitternachtssonne und Polarlicht · Autofahren in Norwegen · Winterreifen und Piggdekk
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