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Jotunheimen — Besseggen, Galdhøpiggen und das Hochgebirge Norwegens

In Jotunheimen stehen die höchsten Berge Nordeuropas. Der Besseggen-Grat und der Galdhøpiggen sind die beiden Klassiker — was sie verlangen, was Fähre und Parkplatz kosten und wann die kurze Saison offen ist.

Lesezeit ~4 Min 18. Juni 2026 Redaktion
Inhaltsverzeichnis
  1. Besseggen — der bekannteste Grat des Landes
  2. Galdhøpiggen — der höchste Berg Norwegens
  3. Hüttentouren statt Tagesausflug
  4. Wann die Saison offen ist
  5. Häufige Fragen
  6. Wie schwer ist die Besseggen-Wanderung?
  7. Was kostet die Fähre am Gjende?
  8. Kann man den Galdhøpiggen ohne Guide besteigen?
  9. Wann ist die beste Zeit für Jotunheimen?

Jotunheimen heißt übersetzt „Heim der Riesen", und das ist ausnahmsweise keine Werbesprache: Hier stehen die höchsten Berge Nordeuropas, darunter alle norwegischen Gipfel über 2.300 Metern. Wer Norwegen bisher nur von der Küste kennt, findet hier eine völlig andere Landschaft — kahl, hoch, mit Gletscherresten und smaragdgrünen Seen, drei bis vier Stunden nordwestlich von Oslo.

Die Saison ist kurz. Was im Juli selbstverständlich funktioniert, ist Anfang Juni noch schneebedeckt und Ende September wieder zu.

Besseggen — der bekannteste Grat des Landes

Der Besseggen ist die berühmteste Tageswanderung Norwegens. Der Weg führt über einen schmalen Grat zwischen zwei Seen: links der tiefblaue Bessvatnet, rechts der grüne, von Gletschermilch gefärbte Gjende, gut 400 Meter tiefer. Der Farbunterschied ist der Grund, warum diese Wanderung auf jedem zweiten Norwegen-Kalender landet.

Streckerund 14 km zwischen Memurubu und Gjendesheim
Höhenmeterrund 1.200 im Aufstieg
Dauer6–8 Stunden
Saison Fähre5. Juni bis 20. September 2026
Wanderer pro Jahrrund 60.000

Der übliche Ablauf: morgens mit dem Boot von Gjendesheim nach Memurubu, dann zu Fuß über den Grat zurück. So hat man den steilen Teil im Aufstieg und geht nicht mit müden Beinen bergab an der Kante.

Die Fahrt kostet rund 170 NOK und sollte vorab online gebucht werden — in der Hochsaison sind die Morgenabfahrten voll. Das Parken in Gjendesheim liegt bei etwa 150 NOK. In der Sommersaison fährt das Boot bis zu achtmal täglich.

Der Grat selbst ist der Punkt, an dem manche umdrehen. Es geht über blanken Fels, teils kraxelnd mit den Händen, mit Abbruch zu beiden Seiten. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte die Tour ehrlich absagen — mitten auf dem Grat gibt es keinen bequemen Rückweg.

Galdhøpiggen — der höchste Berg Norwegens

Mit 2.469 Metern ist der Galdhøpiggen der höchste Punkt des Landes. Es gibt zwei Wege hinauf, und der Unterschied ist wichtiger als die Höhe:

Von Spiterstulen geht man selbständig, ohne Gletscherquerung. Es sind rund 1.400 Höhenmeter am Stück — konditionell die anstrengendere, technisch die einfachere Variante.

Von Juvasshytta ist es kürzer, führt aber über den Gletscher Styggebreen. Diese Route geht man nur in geführter Seilschaft, weil der Gletscher Spalten hat. Die Touren starten in der Sommersaison mehrmals täglich.

Wer den höchsten Berg besteigen will, ohne Bergsteiger zu sein, nimmt die geführte Variante. Wer allein gehen will, nimmt Spiterstulen.

Hüttentouren statt Tagesausflug

Jotunheimen ist eigentlich kein Ziel für einzelne Tageswanderungen, sondern für Hüttentouren. Das Netz der DNT-Hütten ist hier besonders dicht: Gjendebu, Memurubu, Glitterheim, Leirvassbu, Spiterstulen. Man wandert von Hütte zu Hütte, trägt nur Tagesgepäck und braucht kein Zelt.

Der klassische Einstieg ist eine Drei-Tage-Runde um den Gjende. Wer mehr Zeit hat, geht die Strecke von Gjendesheim bis Sognefjellet — dort trifft das Hochgebirge auf die Fjorde.

Wann die Saison offen ist

Die Hochsaison läuft von Anfang Juli bis Mitte September. Im Juni liegt auf den höheren Abschnitten noch Schnee, und die bewirtschafteten Hütten öffnen erst gestaffelt. Ab Oktober ist Winter, mit allem, was dazugehört.

Für die Anreise ohne Auto: Der Bus von Oslo nach Gjendesheim fährt in der Sommersaison, ansonsten ist Jotunheimen ein Autoziel. Die Straße über Sognefjellet, Norwegens höchster Bergpass, ist im Winter gesperrt und öffnet je nach Schneelage im Mai.

Häufige Fragen

Wie schwer ist die Besseggen-Wanderung?

Anspruchsvoll. Rund 14 Kilometer mit 1.200 Höhenmetern, sechs bis acht Stunden, dazu ein ausgesetzter Grat, an dem man teilweise die Hände braucht. Schwindelfreiheit und Kondition sind Voraussetzung, feste Schuhe ebenso.

Was kostet die Fähre am Gjende?

Die Überfahrt von Gjendesheim nach Memurubu kostet rund 170 NOK und sollte vorab online gebucht werden. Das Boot fährt vom 5. Juni bis 20. September 2026, in der Hochsaison bis zu achtmal täglich. Parken in Gjendesheim kostet etwa 150 NOK.

Kann man den Galdhøpiggen ohne Guide besteigen?

Ja, über die Route von Spiterstulen, die ohne Gletscherquerung auskommt. Der kürzere Weg von Juvasshytta führt über den Gletscher Styggebreen und ist nur in geführter Seilschaft erlaubt.

Wann ist die beste Zeit für Jotunheimen?

Anfang Juli bis Mitte September. Im Juni liegt in den Höhenlagen oft noch Schnee, ab Oktober beginnt der Winter. Die Hütten sind nur in dieser Zeit durchgehend bewirtschaftet.

Weiterführend: DNT-Hütten und Mehrtageswanderungen · Hardangervidda Nationalpark · Allemannsretten · Outdoor-Ausrüstung kaufen

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