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Kaufwissen

Studieren in Norwegen — kostenfreies Studium, Bewerbung und Alltag

Norwegen bietet an staatlichen Universitäten kostenloses Studium für alle — auch für Deutsche. Keine Studiengebühren, internationales Campusleben, viele englischsprachige Master-Programme. Was man für die Bewerbung braucht, was das Leben kostet, und was man realistisch erwarten sollte.

Lesezeit ~4 Min 18. Juni 2026 Redaktion
Inhaltsverzeichnis
  1. Studiengebühren — was das bedeutet
  2. Die wichtigsten Universitäten
  3. UiO — Universität Oslo
  4. NTNU — Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet (Trondheim)
  5. UiB — Universität Bergen
  6. UiT — Arktische Universität Tromsø
  7. UiS — Universität Stavanger
  8. Englischsprachige Programme
  9. Bewerbung für Deutsche
  10. Lebenshaltungskosten als Student
  11. Studentenwohnungen — Studentsamskipnaden
  12. Studienfinanzierung
  13. Studentenleben in Norwegen
  14. Was realistisch erwartet werden sollte

Norwegen gehört zu den wenigen Ländern der Welt, die an staatlichen Universitäten keine Studiengebühren erheben — und das gilt nicht nur für Norweger, sondern für alle Studierenden, unabhängig von Herkunft oder Nationalität. Das macht Norwegen zu einem der attraktivsten Studienziele in Europa.

Studiengebühren — was das bedeutet

Staatliche Universitäten:

An den öffentlichen Universitäten und Hochschulen Norwegens zahlen Studierende keine Tuition Fees. Einzige Ausnahme: Semesterbeitrag (Semesteravgift) von ca. 300–400 NOK/Semester, der primär den Studentenausweis, Sportanlagen und das SiO-Netzwerk (Studentenwohnheim-Organisation) finanziert.

Private Hochschulen:

Private Institutionen wie BI Norwegian Business School oder Kristiania erheben Studiengebühren (50.000–180.000 NOK/Jahr). Das ist die Ausnahme, nicht die Norm.

Was nicht inklusive ist:

Studiengebühren sind kostenlos — nicht das Leben. Oslo ist eine teure Stadt. Die laufenden Kosten sind der echte Faktor.

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Die wichtigsten Universitäten

UiO — Universität Oslo

Norwegens älteste und renommierteste Universität, gegründet 1811. Breites Fächerspektrum, sehr starke Geistes- und Naturwissenschaften. Ca. 28.000 Studierende.

Besonders stark: Rechtswissenschaften, Medizin, Informatik, Nordistik

NTNU — Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet (Trondheim)

Norwegen führende technische Universität. Ca. 40.000 Studierende. Sehr hohe Arbeitgeberakzeptanz bei norwegischen Unternehmen.

Besonders stark: Ingenieurwesen, Architektur, Meerestechnik, Informatik, Maschinenbau

UiB — Universität Bergen

Zweitgrößte Universität Norwegens in einer der schönsten Städte. Ca. 20.000 Studierende.

Besonders stark: Ozeanographie, Meeresbiologie, Klimawissenschaften, Rechtswissenschaften

UiT — Arktische Universität Tromsø

Die nördlichste Universität der Welt. Ca. 16.000 Studierende. Starkes internationales Profil durch geographische Einzigartigkeit.

Besonders stark: Arktisforschung, Biowissenschaften, Sozialwissenschaften

UiS — Universität Stavanger

Ölstadt-Universität mit starkem Energietechnik-Fokus.

Besonders stark: Petroleum Engineering, Risikomanagement, Pflegewissenschaften

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Englischsprachige Programme

Die meisten Bachelor-Programme sind auf Norwegisch. Aber:

  • Master-Programme: Sehr viele auf Englisch — besonders an NTNU und UiO
  • PhD-Programme: Fast alle auf Englisch
  • Gesamte Fächergruppen (z.B. Marine Technology an NTNU): vollständig englisch

Für Deutsche, die Norwegisch lernen wollen, empfiehlt sich ein Bachelor auf Norwegisch als schnellster Sprachkursweg der Welt.

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Bewerbung für Deutsche

Bachelor (Erstimmatrikulation):

  • Zulassung über Samordna Opptak (samordnaopptak.no) — zentrale Bewerbungsplattform
  • Deadline: Mitte Februar für den Herbstsemester-Start im August
  • Deutsche Hochschulreife (Abitur) wird anerkannt — Numerus Clausus zählt
  • Sprachnachweis: Norwegisch oder Englisch je nach Programm

Master-Programme:

  • Direkt bei der jeweiligen Universität bewerben
  • Deadline variiert: Oktober–Februar für Herbststart
  • Sprachanforderungen: Englischnachweis (IELTS 6.5 / TOEFL 90 oder Äquivalent)
  • Viele Programme erfordern keinen Norwegischnachweis

Wichtig:

Kein zentrales Anerkennungsverfahren für Abschlüsse — die Universitäten prüfen selbst. NOKUT (Norwegens Akkreditierungsagentur) kann auf Anfrage Äquivalenzgutachten ausstellen.

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Lebenshaltungskosten als Student

Das ist die kritische Kalkulation. Keine Studiengebühren — aber hohe Lebenshaltungskosten.

Monatliche Kosten Oslo (Schätzung 2025/26):

| Position | Günstig | Mittel | |----------|---------|--------| | Studentenwohnheim (SiO) | 5.500 NOK | 8.000 NOK | | Privat WG/Zimmer | 8.000 NOK | 12.000 NOK | | Lebensmittel | 3.500 NOK | 5.000 NOK | | Transport (Monatsticket) | 870 NOK | 870 NOK | | Sonstiges | 2.000 NOK | 3.500 NOK | | Gesamt | ~12.000 NOK | ~18.000 NOK |

In Euro: Zwischen ca. 1.050 € (günstig, Wohnheim) und 1.600 € (Marktmiete, Stadtleben).

Trondheim / Tromsø / Bergen: Günstiger als Oslo — besonders bei Wohnraum.

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Studentenwohnungen — Studentsamskipnaden

Jede Universität hat einen Studentsamskipnaden (Studentenwerk-Äquivalent), der subventionierte Wohnheime betreibt. Preise: ca. 5.000–8.500 NOK/Monat.

Das Problem:

Die Nachfrage übersteigt das Angebot. An der UiO kommen auf einen Wohnheimplatz 3–5 Bewerber. Wartelisten existieren.

Empfehlung:

Sofort nach Zulassung beim Studentsamskipnaden bewerben — nicht warten. Gleichzeitig Hybel.no (Norwegen größte Studenten-Wohnungsplattform) als Backup nutzen.

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Studienfinanzierung

Für EU/EEA-Bürger mit Wohnsitz in Norwegen:

Nach 12 Monaten legalem Aufenthalt in Norwegen kann man beim Lånekassen (staatlicher Bildungsfinanzierungsfonds) Studienförderung beantragen. Das beinhaltet:

  • Grundstipendium (nicht rückzahlungspflichtig): ca. 5.900 NOK/Monat
  • Studiendarlehen (zinsgünstig): bis zu 10.600 NOK/Monat
  • Gesamtpaket: ca. 16.500 NOK/Monat — reicht für ein einfaches Studentenleben

Für direkte Einreise zum Studium ohne vorherigen Aufenthalt:

Kein Lånekassen-Anspruch. BAföG prüfen (Auslands-BAföG für Norwegen möglich).

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Studentenleben in Norwegen

Studentersamfunnet:

Jede Universität hat ein Studentenhaus (Studentersamfunnet), das Bar, Kino, Konzerte und das gesellschaftliche Studentenleben organisiert. In Oslo: Chateau Neuf, in Trondheim: Studentersamfundet (ein der ältesten in Skandinavien, 1910 gegründet).

Sport:

Sportanlagen an allen Universitäten — günstige oder kostenlose Nutzung für Studierende.

Soziales:

Norwegische Studierende sind sehr offen gegenüber internationalen Kommilitonen — das Studium ist ein der einfachsten Wege, schnell soziale Kontakte zu knüpfen.

Sprache im Alltag:

Englisch reicht für das Studium und das Campusleben. Für tiefere Integration in die norwegische Gesellschaft: Norwegisch lernen — die Universität bietet Kurse an.

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Was realistisch erwartet werden sollte

Gut:

  • Wirklich keine Studiengebühren
  • Hohe Lehrqualität und gut ausgestattete Bibliotheken
  • Sehr gute Work-Life-Balance (kein 80-Stunden-Lerndruck)
  • Karrierechancen in Norwegen durch Netzwerk

Herausfordernd:

  • Lebenshaltungskosten sind real — Finanzplanung ist wichtig
  • Wohnungssuche in Oslo und Bergen: schwierig und früh starten
  • Norwegisch für langfristige Karriere notwendig
  • Soziale Integration dauert länger als erwartet (Janteloven gilt auch auf dem Campus)

Weiterführend: [Auswandern nach Norwegen](/ratgeber/auswandern-nach-norwegen) · [Lebenshaltungskosten Norwegen](/ratgeber/lebenshaltungskosten-norwegen) · [Job finden in Norwegen](/ratgeber/job-norwegen-finden) · [Norwegisch lernen Tipps](/ratgeber/norwegisch-lernen-tipps) · [Oslo vs. Bergen wo wohnen](/ratgeber/oslo-vs-bergen-wo-wohnen)

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