Haus in Norwegen
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Leben in Norwegen

Anmeldung in Norwegen — Folkregistering, D-Nummer und Personnummer erklärt

Wer nach Norwegen zieht, muss sich beim Skatteetaten registrieren. D-Nummer oder Personnummer? Was ist der Unterschied, was brauche ich wann, und wie läuft die Anmeldung ab? Der komplette Prozess für Deutsche die nach Norwegen auswandern.

Lesezeit ~4 Min 18. Juni 2026 Redaktion
Inhaltsverzeichnis
  1. D-Nummer vs. Personnummer — was ist was?
  2. Schritt 1: EU-Bürger brauchen kein Visum — aber ein Aufenthaltsrecht
  3. Schritt 2: Die D-Nummer — für Immobilienkäufer sofort relevant
  4. Schritt 3: Das Personnummer — der offizielle Einwohner-Status
  5. Was mit dem Personnummer möglich wird
  6. Wohnsitz abmelden in Deutschland
  7. Praktische Hinweise

Die Anmeldung in Norwegen ist kein Formalismus — sie ist die Grundlage für fast alles: Bankkonto, Steuernummer, Krankenversicherung, Immobilienkauf. Ohne norwegische Identifikationsnummer kommt man in Norwegen nicht weit.

Das System hat zwei Stufen: Die D-Nummer für Nicht-Einwohner und das Personnummer (Fødselsnummer) für offizielle Einwohner. Der Unterschied entscheidet darüber, welche Rechte und Pflichten man hat.

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D-Nummer vs. Personnummer — was ist was?

D-NummerPersonnummer (Fødselsnummer)
Für wenNicht-Einwohner mit Norwegen-BezugOffiziell registrierte Einwohner
Wann nötigImmobilienkauf, Bankgeschäfte, befristeter AufenthaltWohnsitz in Norwegen, Arbeit, Krankenversicherung
GültigkeitsdauerZeitlich begrenzt (kann verlängert werden)Dauerhaft
Zugang zuGrundlegende Dienste, Tinglysing (Grundbuch)Alle norwegischen Systeme inkl. Helsekortet (Krankenversicherungskarte)
Ausgestellt vonSkatteetaten (auf Antrag)Skatteetaten (nach Einwohneranmeldung)

Kurzformel: D-Nummer = für wer kauft oder kurz in Norwegen ist. Personnummer = für wer wirklich einwandert.

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Schritt 1: EU-Bürger brauchen kein Visum — aber ein Aufenthaltsrecht

Als Deutscher (EU-Bürger) hat man automatisch das Recht, in Norwegen zu leben und zu arbeiten — auch wenn Norwegen nicht EU-Mitglied ist. Norwegen ist Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und übernimmt die EU-Freizügigkeitsrechte.

Bis 3 Monate: Kein Formalismus nötig. Einreise frei, Aufenthalt legal.

Ab 3 Monaten: Man sollte ein Registrierungsdokument beantragen. Das ist kein Visum, sondern ein Nachweis des Aufenthaltsrechts. Zuständig: UDI (Utlendingsdirektoratet — Ausländerbehörde).

Voraussetzungen für das Registrierungsdokument (eine der folgenden):

  • Arbeitsvertrag in Norwegen
  • Ausreichende finanzielle Mittel (kein Sozialhilfebedarf)
  • Student (Immatrikulationsnachweis + Mittel)
  • Familienangehöriger eines berechtigten EWR-Bürgers

In der Praxis: Wer arbeitet oder nachweislich selbst versorgen kann, bekommt das Dokument problemlos.

UDI-Website: udi.no — Online-Antrag möglich, Bearbeitungszeit 1–4 Wochen.

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Schritt 2: Die D-Nummer — für Immobilienkäufer sofort relevant

Wer eine Immobilie in Norwegen kauft, braucht eine D-Nummer — vor dem Kauf, spätestens für die Tinglysing (Grundbucheintragung).

Wie man eine D-Nummer bekommt:

1. Persönlich erscheinen bei einer Skatteetaten-Niederlassung oder einem autorisierten Anlaufpunkt (bestimmte Banken, Finanzinstitutionen) 2. Mitbringen: - Reisepass (Original, nicht Kopie) - Nachweis des Grundes (z.B. Kaufvertrag / Vorvertrag, Arbeitsvertrag, Bankdokument) 3. Das Skatteetaten prüft und stellt die D-Nummer aus

Zeitrahmen: Wenige Wochen nach persönlicher Vorstellung — manchmal schneller wenn die Dokumente vollständig sind. Termin vorher online buchen auf skatteetaten.no.

Wichtig: Die D-Nummer ist kein Aufenthaltsnachweis und berechtigt nicht zu Sozialleistungen. Sie ist nur eine Steueridentifikationsnummer für Nicht-Einwohner.

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Schritt 3: Das Personnummer — der offizielle Einwohner-Status

Wer seinen Wohnsitz nach Norwegen verlegt, beantragt das Personnummer. Es ersetzt langfristig die D-Nummer.

Voraussetzungen:

  • Wohnsitz in Norwegen (Mietvertrag oder Eigentumsnachweis)
  • Aufenthaltsrecht (als EU-Bürger: automatisch gegeben, Registrierungsdokument empfohlen)
  • Persönliche Vorstellung beim Skatteetaten

Dokumente:

  • Reisepass (Original)
  • Nachweis der Wohnadresse in Norwegen (Mietvertrag, Eigentumsauszug)
  • Registrierungsdokument der UDI (empfohlen, nicht immer Pflicht)
  • Ggf. Geburts- oder Heiratsurkunde (mit norwegischer Übersetzung, wenn relevant)

Termin: Beim Skatteetaten buchen — online unter skatteetaten.no/en/person. In Stoßzeiten (Herbst/Winter, wenn viele Studenten ankommen) kann es Wochen dauern einen Termin zu bekommen. Frühzeitig buchen.

Nach dem Termin: Das Personnummer wird per Post zugestellt. Zeitrahmen: 2–8 Wochen nach dem Termin.

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Was mit dem Personnummer möglich wird

Mit einem Personnummer erschließt sich Norwegen:

  • BankID: Digitale Identität für alle Online-Dienste — Banking, Behörden, Steuererklärung, Altinn. Ohne BankID ist das digitale Norwegen kaum nutzbar.
  • Helsekortet: Krankenversicherungskarte und Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem
  • Fastlege: Eigener Hausarzt wird zugewiesen
  • Skattekort: Steuerkarte (für Arbeitnehmer relevant)
  • Boliglån: Hypothekenantrag bei norwegischen Banken
  • Altinn: Norwegisches Behördenportal — Steuererklärung, Meldungen, etc.

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Wohnsitz abmelden in Deutschland

Wer dauerhaft nach Norwegen zieht, sollte sich in Deutschland abmelden (Abmeldung beim Einwohnermeldeamt). Das hat steuerliche und administrative Konsequenzen:

  • Steuerpflicht in Deutschland endet mit dem Wegzugsdatum (bei Aufgabe des deutschen Wohnsitzes)
  • Krankenversicherungspflicht in Deutschland endet — man wird automatisch in das norwegische System aufgenommen
  • Rentenansprüche bleiben bestehen und werden bei Rückkehr oder Renteneintritt berücksichtigt
  • Bankkonto Deutschland kann behalten werden — aber Konditionen können sich ändern (Manche Banken kündigen bei ausländischem Wohnsitz)

Wichtig: Nicht vergessen, auch die Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung) über den Wegzug zu informieren.

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Praktische Hinweise

Sprache: Das Skatteetaten bietet Termine und Kommunikation auf Englisch an. Einzelne Niederlassungen haben deutschsprachige Mitarbeiter — selten, aber möglich.

Übersetzungen: Dokumente auf Deutsch müssen oft auf Englisch oder Norwegisch übersetzt werden. Beglaubigte Übersetzungen für Geburts-/Heiratsurkunden sind teuer (200–400€) — nur anfertigen lassen wenn explizit gefordert.

Postalische Zustellung: Personnummer kommt per Brief. Sicherstellen, dass die norwegische Adresse schon eingerichtet und Post abholbar ist.

Digitale Vorbereitung: Vor dem Personnummer ist BankID nicht möglich. Manche Dienste in Norwegen sind bis zur BankID-Aktivierung nur analog erreichbar. Das ist anfangs umständlich — nach 2–3 Monaten ist es normal.

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Informationen basieren auf den aktuellen Regelungen von Skatteetaten und UDI (Stand Juni 2026). Verfahren können sich ändern — offizielle Quellen: skatteetaten.no, udi.no.

Weiterführend: [Steuern in Norwegen für Deutsche](/ratgeber/steuern-norwegen-deutsche) · [Als Paar nach Norwegen auswandern](/ratgeber/als-paar-nach-norwegen-auswandern) · [Arbeiten in Norwegen — was Deutsche wissen müssen](/ratgeber/arbeiten-in-norwegen-deutsche) · [Kredit und Hypothek in Norwegen](/ratgeber/norwegen-kredit-hypothek-auslaender)

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