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Gletscherwanderung in Norwegen — Jostedalsbreen, Nigardsbreen und was es kostet

Der Jostedalsbreen ist der größte Gletscher des europäischen Festlands. Auf seinen Zungen kann man mit Guide laufen — was die Touren kosten, ab welchem Alter es geht und warum man niemals allein aufs Eis geht.

Lesezeit ~4 Min 4. September 2026 Redaktion
Inhaltsverzeichnis
  1. Nigardsbreen: die zugänglichste Zunge
  2. Briksdalsbreen: der Gletscher zum Anschauen
  3. Warum niemand allein aufs Eis geht
  4. Wann die Saison läuft
  5. Häufige Fragen
  6. Was kostet eine Gletscherwanderung auf dem Nigardsbreen?
  7. Ab welchem Alter kann man auf einen Gletscher?
  8. Kann man in Norwegen ohne Guide auf einen Gletscher?
  9. Was ist der Unterschied zwischen Nigardsbreen und Briksdalsbreen?
  10. Welche Ausrüstung braucht man für eine Gletscherwanderung?

Der Jostedalsbreen ist der größte Gletscher auf dem europäischen Festland. Von seinem Hochplateau ziehen mehr als zwanzig Zungen in die Täler hinunter, und zwei davon sind so gut erreichbar, dass man ohne alpine Erfahrung darauf laufen kann: der Nigardsbreen im Jostedalen und der Briksdalsbreen bei Olden.

Blaues Gletschereis sieht anders aus, als die meisten erwarten. Es ist nicht weiß und nicht durchsichtig, sondern in den Spalten tiefblau, weil das dichte Eis alle anderen Farben schluckt. Deshalb heißen die Touren dort auch „Blue Ice".

Nigardsbreen: die zugänglichste Zunge

Der Nigardsbreen im Jostedalen ist das Standardziel für geführte Gletscherwanderungen. Vom Besucherzentrum fährt ein kleines Boot über den Gletschersee, danach geht man über Felsplatten bis zum Eisrand, wo Steigeisen und Klettergurt angelegt werden.

Die Anbieter vor Ort staffeln ihr Programm nach Dauer und Anspruch:

TourPreis abDauer
Extra-kurze Blue-Ice-Tour620 NOKrund 3,5 Std.
Kids Special735 NOKFamilientour
Kurze Blue-Ice-Tour860 NOKdie meistgebuchte
Lange Blue-Ice-Tour985 NOKbis rund 6,5 Std.
Deluxe / Specialab 1.415 NOKlängste Zeit auf dem Eis

Quelle: bfl.no, abgerufen im September 2026.

Das Mindestalter liegt je nach Tour zwischen acht und zwölf Jahren. Die technische Ausrüstung — Steigeisen, Gurt, Eispickel, Seil — stellt der Anbieter. Mitbringen muss man feste Wanderschuhe mit steifer Sohle, warme Kleidung und Regenschutz. Turnschuhe funktionieren nicht: Steigeisen brauchen einen Schuh, der sich nicht durchbiegt.

Briksdalsbreen: der Gletscher zum Anschauen

Der Briksdalsbreen bei Olden ist die touristischere Variante, vor allem weil die Kreuzfahrtschiffe im Nordfjord anlegen. Vom Parkplatz führt ein etwa einstündiger Weg durch das Tal zum Gletschersee, vorbei an Wasserfällen. Wer nicht laufen will oder kann, nimmt eines der offenen Elektrofahrzeuge, die „Trollcars".

Wichtig zur Erwartung: Am Briksdalsbreen sieht man den Gletscher, man läuft aber im Standardprogramm nicht darauf. Halbtagestouren ab den Häfen liegen preislich meist im Bereich von 130 bis 150 Euro pro Person. Wer aufs Eis will, fährt besser ins Jostedalen.

Warum niemand allein aufs Eis geht

Gletscher sind kein statisches Gelände. Sie bewegen sich, sie bilden Spalten, und die Spalten sind oft von einer dünnen Schneebrücke überdeckt, die aus zwei Metern Entfernung wie fester Untergrund aussieht. Genau deshalb gibt es die geführten Touren mit Seilschaft — nicht als Komfortangebot, sondern weil das Betreten ohne Ausrüstung und ortskundige Führung lebensgefährlich ist.

Dazu kommt: Der Gletscherrand verändert sich jedes Jahr. Wege, die vor zehn Jahren zum Eis führten, enden heute vor einem See. Alte Reiseführer und Blogbeiträge sind hier keine verlässliche Quelle.

Ein weiterer Punkt, der unterschätzt wird: Das Eis kalbt. Sich für ein Foto unter eine Gletscherfront zu stellen, ist eine der häufigsten Fehlentscheidungen in norwegischen Gletschertälern.

Wann die Saison läuft

Die geführten Touren laufen im Sommerhalbjahr, konzentriert von Juni bis September. Außerhalb dieser Zeit sind Zufahrtsstraßen ins Jostedalen teils gesperrt und die Zungen nicht zugänglich.

Zwei Gletscherziele ohne Wanderung, wenn das Wetter nicht mitspielt: das Nationalpark-Besucherzentrum im Jostedalen und der Klimapark am Rand des Gebiets. Beide erklären, warum die Zungen schrumpfen — was man an den Markierungen im Gelände auch selbst ablesen kann.

Häufige Fragen

Was kostet eine Gletscherwanderung auf dem Nigardsbreen?

Die kurzen Blue-Ice-Touren beginnen bei rund 620 NOK, die meistgebuchte kurze Tour liegt bei etwa 860 NOK, längere Varianten bei 985 NOK und mehr. Steigeisen, Gurt und Seil stellt der Anbieter.

Ab welchem Alter kann man auf einen Gletscher?

Je nach Tour ab acht bis zwölf Jahren. Für Familien gibt es eigene, kürzere Touren mit niedrigerem Mindestalter.

Kann man in Norwegen ohne Guide auf einen Gletscher?

Nein, davon ist dringend abzuraten. Gletscherspalten sind oft von Schnee überdeckt und von außen nicht erkennbar. Ohne Seilschaft, Steigeisen und Ortskenntnis ist das Betreten lebensgefährlich.

Was ist der Unterschied zwischen Nigardsbreen und Briksdalsbreen?

Auf dem Nigardsbreen im Jostedalen laufen die geführten Eistouren; man kommt per Boot und zu Fuß bis an die Zunge. Der Briksdalsbreen bei Olden ist leichter erreichbar und beliebt bei Kreuzfahrtgästen, wird im Standardprogramm aber nur angeschaut, nicht begangen.

Welche Ausrüstung braucht man für eine Gletscherwanderung?

Feste Wanderschuhe mit steifer Sohle sind Pflicht, weil Steigeisen daran halten müssen. Dazu warme Kleidung in Schichten, Regenjacke, Handschuhe und Mütze — auf dem Eis ist es deutlich kälter als im Tal. Die technische Ausrüstung kommt vom Anbieter.

Weiterführend: Die schönsten Fjorde für den ersten Besuch · Sognefjord Guide · Outdoor-Ausrüstung kaufen · Beste Reisezeit für Norwegen

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