Sognefjord — Norwegens längster und tiefster Fjord
Der Sognefjord ist 204 Kilometer lang, bis 1.308 Meter tief und der beeindruckendste Fjord Norwegens. Was man dort erlebt, wie man die verschiedenen Arme erkundet — von Flåm über den Nærøyfjord bis nach Sogndal.
Inhaltsverzeichnis
Der Sognefjord ist der König der norwegischen Fjorde — nicht wegen der UNESCO (den bekommt der Geirangerfjord/Nærøyfjord), sondern wegen seiner schieren Größe. 204 km lang, bis zu 1.308 m tief, mit dutzenden Seitenfjorden. Einer allein ist größer als mancher deutsche Binnensee.
Was den Sognefjord auszeichnet
Größte Zahlen Norwegens:
- Längster Fjord: 204 km (von Bergen bis Skjolden)
- Tiefster Fjord: 1.308 m tief
- Breitester Punkt: ca. 6 km
- Tiefste Stelle liegt tiefer als der Boden des Atlantischen Ozeans in einigen Teilen
Mildes Klima:
Der Fjord wirkt wie ein Wärmespeicher — die Temperaturen am Sognefjord sind überraschend mild für die Breite. Obstgärten in Balestrand und Leikanger blühen im Mai — mitten in einem Fjord der weit ins Landesinnere reicht.
Die wichtigsten Orte
Flåm:
Am Aurlandsfjord, einem Seitenarm des Sognefjords. Bekannt für die Flåmsbahn (Zahnradbahn, die spektakulärste kurze Zugstrecke Europas). Sehr touristisch im Sommer, aber lohnenswert. Ausgangspunkt für Nærøyfjord-Fähren.
Balestrand:
Kleines Kulturdorf am Nordarm des Sognefjords. Kaiser-Wilhelm-Gedenkstein (der Kaiser kam regelmäßig), Kaiser Wilhelm-Hotel. Ruhig, malerisch, weniger touristisch als Flåm.
Sogndal:
Die größte Stadt am Sognefjord (10.000 Einwohner). Gymnasium, Flughafen (kleiner). Ausgangspunkt für Jostedalsbreen-Gletscher-Ausflüge.
Skjolden:
Das Ende des Sognefjords — der innerste Punkt, 204 km von der Mündung. Kleines Dorf, Ausgangspunkt für Sognefjellet (Bergpassstraße nach Lom und Jotunheimen).
Lærdal:
Bekannt durch den Lærdalstunnel (24,5 km — längster Straßentunnel der Welt, mit drei blauen Pausenbuchten damit man nicht einschläft).
Mundheim:
An der Mündung des Sognefjords — wo der Fjord auf den Hardangerfjord trifft.
Wie man den Sognefjord erkundet
Fähre von Bergen:
Direktverbindung Bergen → Balestrand → Flåm (Fjordlines oder Norled). Sehr langer Weg (ca. 6 Stunden), aber das Erlebnis von der See aus ist das Intensivste.
Per Auto:
Die E39 und E16 verlaufen entlang des Fjords. Viele Fährquerungen nötig (Mannheller–Fodnes, Lavik–Oppedal, etc.). Mehrere kurze Überfahrten statt einer langen.
Norway in a Nutshell:
Bergen → Zug Myrdal → Flåmsbahn → Flåm → Nærøyfjord-Fähre → Gudvangen → Bus → Voss → Zug Bergen. Der bekannteste Tagestour-Circuit. Mehr: [Nærøyfjord Guide](/ratgeber/naerojfjord-guide)
Sognefjellet (Rv55):
Die spektakuläre Bergpassstraße vom Sognefjord (Luster/Sogndal) über das Jotunheimen-Massiv. Nur Sommer geöffnet. Eine der schönsten Straßen Europas. Verbindet den Fjord mit den höchsten Bergen Nordeuropas.
Ausflüge vom Sognefjord
Jostedalsbreen:
Vom Sognefjord aus ist der Jostedalsbreen-Gletscher (größter Festlandsgletscher Europas) erreichbar — Gletscherwanderungen ab Nigardsbre oder Briksdalsbreen. Ca. 1–2 Stunden Fahrt.
Stegastein-Aussichtspunkt:
Über dem Aurlandsfjord — eine Aussichtsplattform die senkrecht 30 m über dem Fjord hängt. Extrem Instagrammiert. Mit Auto oder Bus von Flåm.
Vikøyri:
Kleiner historischer Hafen, alte Holzhäuser.
Sognefjord vs. Geirangerfjord
Wer eins wählen muss:
Sognefjord: Größer, zugänglicher, mehr Varianz (Dörfer, Kultur, Geschichte), besseres Basis für Mehrtage-Erkundung.
Geirangerfjord: Kompakter, spektakulärer auf kleinem Raum (Wasserfälle, UNESCO), besser für Tagesausflüge.
Für Erstbesucher ohne viel Zeit: Geiranger. Für Reisende mit mehr Zeit: Sognefjord hat mehr Tiefe.
Weiterführend: [Nærøyfjord Guide](/ratgeber/naerojfjord-guide) · [Die schönsten Fjorde](/ratgeber/die-schoensten-fjorde-fuer-den-ersten-besuch) · [Fähren in Norwegen](/ratgeber/faehren-norwegen-guide) · [Geirangerfjord](/ratgeber/geiranger-fjord-guide)
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