Haus in Norwegen
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Kaufwissen

Steuern beim Immobilienkauf in Norwegen (für Deutsche)

Welche norwegischen Steuern auf dich als deutsche:r Eigentümer:in zukommen — beim Kauf, im Besitz, bei Vermietung und Verkauf. Und warum du am Ende nicht doppelt zahlst.

Lesezeit ~2 Min 5. Juni 2026 Redaktion
Inhaltsverzeichnis
  1. Beim Kauf
  2. Im Besitz
  3. Bei Vermietung
  4. Beim Verkauf
  5. Warum du nicht doppelt zahlst
  6. Der ehrliche Rat

Steuern klingen trocken, sind aber beim Auslandskauf entscheidend. Die gute Nachricht: Für deutsche Eigentümer:innen eines norwegischen Hauses ist die Lage überschaubarer, als viele befürchten — und ein Abkommen verhindert, dass du doppelt zahlst. Hier der ehrliche Überblick. (Stand: Juni 2026, grobe Orientierung — ausdrücklich keine Steuerberatung. Im Einzelfall unbedingt fachlich prüfen lassen.)

Beim Kauf

Die einzige nennenswerte Kaufsteuer ist die dokumentavgift von 2,5 % bei selveier-Immobilien — ausführlich im [Kosten-Artikel](/ratgeber/was-kostet-ein-haus-in-norwegen). Eine Grunderwerbsteuer wie in Deutschland gibt es nicht.

Im Besitz

  • eiendomsskatt (Grundsteuer): kommunal und freiwillig — viele, längst nicht alle Gemeinden erheben sie (gesetzlicher Höchstsatz 0,4 % für Wohn- und Freizeitimmobilien, berechnet auf einen reduzierten Anteil des Marktwerts; bei Ferienhäusern oft niedriger). Je nach Gemeinde null bis moderat.
  • formuesskatt (Vermögensteuer): Hier steckt das am häufigsten unterschätzte Missverständnis. Norwegische Immobilien unterliegen der Vermögensteuer — unabhängig davon, ob du in Norwegen oder im Ausland wohnst (so ausdrücklich die Skatteetaten). Als Nicht-Ansässige:r zahlst du sie also sehr wohl auf dein norwegisches Haus. Der Satz liegt 2026 bei 1,0 % oberhalb eines Freibetrags von 1,9 Mio. NOK (Verheiratete: doppelt). Entscheidend ist die Bewertung, und die unterscheidet sich stark: ein selbstbewohnter Hauptwohnsitz zählt nur mit 25 % des Marktwerts, eine zweite Wohnimmobilie (sekundærbolig, z. B. vermietet) mit 100 %. Ein echtes Ferienhaus / eine Hütte (fritidsbolig) wird dagegen sehr niedrig angesetzt — ein neues Bewertungsmodell, das das 2026 angehoben hätte, hat die Regierung im April 2026 [gestoppt](/ratgeber/hytteskatt-2026-ferienhaus-steuer-entwarnung). Für die meisten Ferienkäufer bleibt die Vermögensteuer damit überschaubar.

Bei Vermietung

Vermietest du dein Haus, wird die Mieteinnahme in Norwegen besteuert (allgemeiner Satz 22 %), und du musst dafür eine norwegische Steuererklärung abgeben. Kosten, die mit der Vermietung zusammenhängen, sind absetzbar. (Kurzzeit-/Teilvermietung der eigenen Hütte kann anders behandelt werden — fachlich klären.)

Beim Verkauf

Ein Veräußerungsgewinn (gevinst) ist in Norwegen grundsätzlich steuerpflichtig (22 %) — aber mit großzügiger Ausnahme: Beim Ferienhaus ist der Gewinn steuerfrei, wenn du es über fünf Jahre besessen und in mindestens fünf der letzten acht Jahre als Ferienhaus genutzt hast. Für selbstgenutztes Wohneigentum gibt es eine vergleichbare Befreiung. Wer also kauft, um zu bleiben (oder lange zu nutzen), verkauft später oft steuerfrei.

Warum du nicht doppelt zahlst

Zwischen Deutschland und Norwegen gilt ein Doppelbesteuerungsabkommen (zuletzt 2013 ergänzt). Es regelt, welcher Staat was besteuern darf, und rechnet im Heimatland an, was im anderen schon gezahlt wurde — damit Immobilieneinkünfte und -gewinne nicht zweimal voll besteuert werden. Die genaue Anrechnung ist Sache deiner Steuerberatung in Deutschland.

Die norwegische Steuer-Seite ist beim Hauskauf weniger schlimm als ihr Ruf — aber nichts, das man aus dem Bauch heraus regelt.

Der ehrliche Rat

Steuern sind der eine Bereich, in dem wir bewusst nicht beraten — das gehört in fachkundige Hände auf beiden Seiten der Grenze. Was wir tun: dich früh darauf hinweisen, damit du die richtigen Fragen stellst, bevor du kaufst. Wie das im Gesamtbild zusammenpasst, klären wir mit dir über den Fahrplan.

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