Motorrad fahren in Norwegen — die schönsten Touren und was man wissen muss
Norwegen ist für Motorradfahrer ein Paradies — Serpentinen, Fjordstraßen, Tunnels, Fähren, Atlantikstraße. Die Straßenqualität ist gut, die Polizei fair, und die Landschaft unübertroffen. Was man über Regeln, beste Routen und den richtigen Zeitpunkt wissen muss.
Inhaltsverzeichnis
Unter europäischen Motorradfahrern gilt Norwegen als eines der attraktivsten Reiseziele — besonders die Nationalen Touriststraßen (Nasjonale turistveger) sind für Motorräder ideal. 18 ausgewiesene Routen mit spektakulären Aussichtspunkten, Haarnadelkurven und Fjordblicken.
Warum Norwegen für Motorradfahrer besonders ist
Serpentinen und Passstraßen:
Trollstigen, Lysevegen, Sognefjellet, Aurlandsfjellet — Norwegen hat Bergstraßen, die in Europa ihresgleichen suchen. Enge Haarnadelkurven, lange Geraden über Hochebenen, plötzliche Fjordblicke.
Fähren:
Ein Teil der Fahrt in Norwegen ist zwingend auf Fähren — das ist kein Nachteil. Pause, Café-Stop, Fjordpanorama. Motorräder fahren meistens zuerst auf und zuerst ab.
Wenig Verkehr:
Außer Oslo und den Hauptverbindungsstraßen: erstaunlich wenig Gegenverkehr. Viele Straßen fühlen sich fast privat an.
Polizei:
Norwegische Polizei kontrolliert Geschwindigkeit — fest und mobil. Bußgelder sind erheblich. Aber: keine übertriebene Motorradschikane, keine exzessiven Lärmkontrollen auf normalen Motorrädern.
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Nationale Touriststraßen (Nasjonale turistveger)
18 Routen mit Gesamtlänge von 2.000 km, speziell für Genussfahrten ausgewiesen. Jede hat mehrere Haltepunkte mit Architektur-Viewpoints, Info-Tafeln, Toiletten.
Für Motorradfahrer besonders empfohlen:
Trollstigen (Møre og Romsdal):
18 Haarnadelkurven, Wasserfall daneben. Kurz (10 km) aber unvergesslich. Viewing-Plattform am oberen Ende.
Atlanterhavsveien (Atlantikstraße):
8,3 km über Felsen im Atlantik — 8 Brücken. Bei Sturm: dramatisch. Bei Sonne: traumhaft. Kurz, aber Pflicht.
Aurlandsfjellet:
Bergstraße über Aurlandsfjord — Stegastein-Viewpoint mit auskragendem Aussichtsbalkon. Gut kombinierbar mit Flåm.
Sognefjellet:
Höchste Bergstraße Norwegens (1.434 m) — nur Sommer offen (ca. Juni–Oktober). Rentiere, Gletscher, Weitsicht.
Jæren:
Flache Küstenroute südlich Stavanger — anders als der Rest Norwegens. Endlose Sandstrände, Windmühlen, Watttlandschaft.
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Beste Touren
Klassische Westnorwegen-Tour (10–14 Tage)
Bergen → Hardangerfjord → Geilo → Flåm → Sognefjord → Geirangerfjord → Ålesund → Atlantikstraße → Trollstigen
Highlights: Jede Etappe hat mindestens eine spektakuläre Bergstraße.
Nordkap-Tour (3–4 Wochen ab Deutschland)
Hamburg/Rostock → Fähre Rostock–Trelleborg oder Fähre Kiel–Oslo → Oslo → Lillehammer → Trondheim → Lofoten → Tromsø → Alta → Nordkap
Return: E6 zurück oder Fähre.
Gesamtdistanz: ca. 7.000–8.000 km Rundtour.
Lofoten-Schleife (5–7 Tage ab Bodø)
Bodø (Fähre) → Moskenes → Å → Reine → Henningsvær → Svolvær → Fähre zurück
Alternativ: E10 auf dem Festland bis Fauske, dann Fähre.
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Regeln für Motorradfahrer
Helmpflicht:
Ja, immer. Kein Ausnahmen.
Reifenpflicht Winter:
Winterreifen Pflicht nördlich des Polarkreises (15. Oktober – 30. April). Außerhalb: situationsbedingt. Wer im Mai noch auf verschneiten Passstraßen fährt, braucht geeignete Reifen.
Tunnels:
Norwegen hat über 1.000 Tunnels. Einige haben negative Steigung und schlechte Beleuchtung. Motorradfahrer müssen in manchen langen Tunnels abbiegen (Kreisverkehr-Tunnel). Karte und Navi helfen.
Geschwindigkeiten:
- Innerorts: 50 km/h (manchmal 40 oder 30 km/h)
- Außerorts: 80 km/h (Richtung 90 auf Hauptstraßen)
- Autobahn: 100 km/h (selten 110 km/h)
- Kein Overdriving der Sichtstrecke auf Bergstraßen
Bompenge (Maut):
Automatisch erkannt. Auch Motorräder zahlen (geringer als PKW, aber gezahlt wird).
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Praktisches
Tanken:
Tankstellen in Städten und Hauptstraßen gut. Auf Lofoten, Senja, abgelegene Routen: Vorher tanken, nächste Station prüfen. Tank voll lassen.
Wetter:
Norwegen-Wetter ist unvorhersehbar. Regenjacke und -hose für Motorrad immer dabei. Selbst im Juli: Bergstraßen können Schneeschauer bringen.
Fähren:
Online buchbar für PKW — Motorräder oft ohne Reservierung möglich, aber im Juli Wartezeiten einplanen. Motorräder fahren fast immer prioritär.
Campingplätze:
Viele haben Motorrad-Sonderpreise (günstiger als PKW). Wildcamping per Allemannsretten erlaubt — Motorrad auf befestigtem Untergrund abstellen.
Weiterführend: [Autofahren Norwegen Tipps](/ratgeber/autofahren-norwegen-tipps) · [Westnorwegen Roadtrip](/ratgeber/westnorwegen-roadtrip) · [Nordnorwegen Roadtrip](/ratgeber/nordnorwegen-roadtrip) · [Trollstigen Nationale Touriststraßen](/ratgeber/trollstigen-nationale-touriststrassen) · [Atlanterhavsveien Atlantic Road](/ratgeber/atlanterhavsveien-atlantic-road)
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