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Leben in Norwegen

Kindergeld und Elternzeit in Norwegen — Barnetrygd und Foreldrepenger

Norwegen zahlt mehr Kindergeld als Deutschland, hat eine der großzügigsten Elternzeiten der Welt und subventioniert Kitas stark. Was Familien, die nach Norwegen ziehen, konkret bekommen — und was Voraussetzung ist.

Lesezeit ~3 Min 18. Juni 2026 Redaktion
Inhaltsverzeichnis
  1. Barnetrygd — das norwegische Kindergeld
  2. Foreldrepenger — die Elternzeit
  3. Barnehage — günstige Kita
  4. Helsetrygd für Kinder
  5. Zusammenfassung Familienleistungen Deutschland vs. Norwegen

Norwegen ist eines der familienfreundlichsten Länder der Welt — das ist kein Klischee, sondern Haushaltspolitik. Die Leistungen für Familien mit Kindern sind substanziell. Wer mit Kindern nach Norwegen zieht und dort arbeitet, profitiert davon ab dem ersten Tag.

Barnetrygd — das norwegische Kindergeld

Barnetrygd ist die monatliche Zahlung für Familien mit Kindern unter 18 Jahren. Sie wird von Nav (dem norwegischen Sozialsystem) gezahlt.

Höhe 2026:

  • Pro Kind unter 18: 1.766 NOK/Monat (ca. 152 €)
  • Für Kinder unter 6 Jahren: erhöhter Satz von 3.841 NOK/Monat (ca. 330 €, småbarnstillegg)
  • Ab dem 3. Kind: leicht erhöhter Satz

Zum Vergleich Deutschland: Deutsches Kindergeld liegt bei 255 € pro Kind/Monat (2026). Das norwegische Barnetrygd ist für junge Kinder deutlich höher, für ältere Kinder etwas niedriger.

Wer bekommt es? Alle Personen, die in Norwegen folkeregistriert sind und ein Kind haben, das in Norwegen lebt. EU/EWR-Bürger haben denselben Anspruch wie norwegische Staatsbürger — ab dem Moment der Folkregistrierung.

Wichtig: Barnetrygd wird nicht automatisch übertragen. Man muss bei Nav einen Antrag stellen. Das geht online über nav.no.

Doppelter Bezug: Wer Kindergeld aus Deutschland bezieht und nach Norwegen zieht, muss das in Deutschland abmelden und in Norwegen neu beantragen. Doppelter Bezug (von beiden Ländern) ist nicht möglich — das regelt das EU-Koordinierungsrecht.

Foreldrepenger — die Elternzeit

Die norwegische Elternzeit (foreldrepenger) ist eine der großzügigsten der Welt. Das Grundprinzip: Der Staat zahlt das Gehalt während der Elternzeit weiter — bis zu einer Einkommensgrenze.

Das System (Stand 2026):

  • Gesamtdauer: 49 Wochen bei 100 % Gehaltsersatz oder 59 Wochen bei 80 %
  • Davon 15 Wochen für die Mutter (mødrekvoten), 15 Wochen für den Vater (fedrekvoten), der Rest frei zu teilen
  • Einkommensgrenze: Gehaltsersatz bis zu 6 G (Grunnbeløp) — ca. 744.168 NOK (ca. 64.000 €) pro Jahr. Einkommen über dieser Grenze wird nicht ersetzt.

Voraussetzung: Man muss mindestens 6 Monate vor der Geburt in Norwegen erwerbstätig gewesen sein. Für Zuzügler, die direkt nach Norwegen kommen und arbeiten, zählen diese 6 Monate ab Beginn der Beschäftigung.

Wer kann Foreldrepenger nicht bekommen: Wer nicht gearbeitet hat (z.B. Hausfrau/Hausmann ohne eigenes Einkommen) bekommt eine niedrigere engangsstønad (einmalige Zahlung von 92.648 NOK, ca. 8.000 €) statt Elterngeld.

Barnehage — günstige Kita

Barnehage (norwegischer Kindergarten/Kita) ist staatlich reguliert und stark subventioniert.

Maximalbeitrag 2026: 3.315 NOK/Monat pro Kind (ca. 285 €) — unabhängig vom Einkommen. Geschwisterrabatt: zweites Kind zahlt 30 % weniger, drittes Kind ist kostenlos.

Matstipend: Dazu kommen Essenskosten von ca. 200–400 NOK/Monat.

Aufnahme: Barnehage-Plätze werden über die Gemeinde vergeben. Hauptaufnahmetermin ist August (Beginn des Barnehage-Jahres). Wer im Laufe des Jahres zuzieht, kann einen Platz auf der Warteliste bekommen — Wartezeiten variieren je nach Gemeinde.

Kontantstøtte: Eine staatliche Zahlung für Eltern, die ihr Kind nicht in die Barnehage schicken und zuhause betreuen. Sie ist kontrovers und wurde 2023 auf bestimmte Altersstufen begrenzt. In den meisten Fällen ist die günstige Barnehage die sinnvollere Option.

Helsetrygd für Kinder

Kinder unter 16 Jahren zahlen in Norwegen keinen Eigenanteil beim Arzt — alle Arztbesuche, Medikamente und Krankenhausaufenthalte sind kostenlos für Kinder. Das ist ein erheblicher Unterschied zu Deutschland, wo auch Kinder eine Zuzahlung auslösen können.

Zusammenfassung Familienleistungen Deutschland vs. Norwegen

| Leistung | Deutschland | Norwegen | |---|---|---| | Kindergeld (Kinder 6-18) | 255 €/Monat | ~152 €/Monat | | Kindergeld (unter 6) | 255 € | ~330 €/Monat | | Elternzeit | 14 Monate (zu teilen) | 49 Wochen (100%) | | Elterngeld max. | 1.800 €/Monat | Bis 6G (~6.200 €/Monat) | | Kita-Beitrag | 0–330 € (variiert stark) | Max. 285 € (bundesweit gleich) | | Kinderarzt | GKV | Kostenlos bis 16 |

Fazit: Für Familien mit kleinen Kindern ist Norwegen finanziell attraktiver als Deutschland — besonders die günstige Kita und die lange, gut bezahlte Elternzeit machen den Unterschied.

Weiterführend: [Auswandern nach Norwegen](/ratgeber/auswandern-nach-norwegen) · [Schule in Norwegen für Ausländerkinder](/ratgeber/schule-in-norwegen-fuer-auslaender) · [Krankenversicherung in Norwegen](/ratgeber/krankenversicherung-norwegen)

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